Klimaraum Trier – Historischer Alleenring TRIER 2025
Ausloberin
Stadt Trier
Verfahren
Nichtoffener Wettbewerb
Kenndaten
11 ha
Verkehrsplanung
Visualisierung
Christian Marrero
Mitarbeit
Mohammed Essam | Silvia Garau
Auszeichnung
3. Preis
Haltung zum UNESCO Welterbe und zu den Denkmalen
Deutschlands älteste Stadt lässt sich mit ihrer mehr als zweitausendjährigen Geschichte als Palimpsest lesen. Der Alleenring mit seinen Baudenkmalen und benachbarten Welterbestätten erfordert einen behutsamen Umgang mit den historischen Schichten und Blickbeziehungen, die auf kurzem Weg zwischen verschiedenen Jahrhunderten wechseln können. Der Entwurf sieht daher vor, die Überlagerung der neuen Wegeflächen mit dem denkmalwerten Bestand durch Aufnahme der bestehenden Beläge in die neuen Parkwege darzustellen. Denkmalgeschützte und schützenswerte Einbauten können in den großzügigen Flächen erneut verortet und durch angemessene Beleuchtung und Hinweistafeln integriert werden.
Ziel ist es, die Stadt mit einer neuen Gestaltung und dem Bewusstsein der Geschichte fortzuschreiben.
Historische Befestigungsanlage
Viele historische Städte Europas hatten in ihrer Geschichte ähnliche, die Stadt schützende Befestigungsanlagen, die sich jedoch heute oft nur noch an Straßen- oder Platznamen ablesen lassen. Trier hat mit dieser Vision des grünen, klimaaktiven Alleenrings ein einmaliges Potential nicht nur die Geschichte des Ortes, und damit das Gesicht der Stadt, zu bewahren, sondern auch klimaresilient und nachhaltig in das 3. Jahrtausend der Stadtgeschichte zu blicken.
Die historisch gewachsenen Schichten der Stadtentwicklung am Allenring in Trier werden mit einem neuen Layer, einer Hydrodermis belegt, die dafür sorgt, dass die anfallenden Niederschläge der umliegenden Dachflächen der Flora zugeführt werden
Biodiversität
Zur Stärkung der Biodiversität sollen die zu entnehmenden Gehölze als Totholzhabitate naturnah verwendet werden und Insekten und Kleinsäugern als Behausung und Nahrung dienen. Neupflanzungen von Gehölzen und Stauden bestehen aus heimischen Arten und stehen genauso wie die bienenfreundlichen Ansaaten als Insektennährpflanzen zur Verfügung. Ziel ist es, das Gebiet zu einem dichten und kleinteiligen Habitatmosaik zu verweben, welches die Etablierung natürlicher Nahrungsketten begünstigt.
Mikroklima
Der Alleenring von Trier wird so mit neuen Grünräume, Retentions- und Verdunstungsflächen, sowie Flächen für die Biodiversität zu einem mikroklimatisch wirksamen Rahmen, der wichtige Ressourcen effizient konzentriert, entwickelt und schützt. Folgerichtig ist der Entwurf eine Rückbesinnung auf die vormoderne Gründungsgeschichte der Stadt, die ihren Wasserreichtum der Lage an der Mosel und ihren Zuflüssen zu verdanken hat
Möblierung
Die als Leitlinie für die Barrierefreiheit und die Beleuchtung aufgestellte Kante der Wege bietet punktuell die Möglichkeit über Natursteinauflagen mit oder ohne integrierte Holzsitzflächen qualitativ hochwertige Aufenthaltsflächen an den Wiesenrändern zu schaffen. Zugleich weiten sich die Wege selbst immer wieder zu Orten, an denen neue und bestehende, denkmalwerte Sitzelemente und Bänke verortet sind. Entlang der Fahrradwege sind drei größere Flächen für E-Bike-Ladestationen, Bike-Sharing und Fahrradstellplätze vorgesehen
Barrierefreiheit
Sämtliche Wege und Überwege sind barrierefrei gestaltet. An Übergängen über den Alleenring wird ein Blindenleitsystem aus Noppen-/ Rillenplatten in die Beläge eingearbeitet.
Entlang der neu geschaffenen Wege dient eine höher liegende Kante, die punktuell zur Entwässerung der Wege in die Grünflächen unterbrochen ist, als taktiles Leitelement für schwachsichtige Personen. Bedeutsam ist auch, dass die Barrierefreiheit nicht nur eine leichte Orientierung bei der Durchquerung bieten will. Pflanzung und wiederkehrende Infotafeln in Brailleschrift mit QR-Codes zum Empfang akustischer Informationen sollen für Menschen mit Behinderung den Alleenring und seine historische Bedeutung erlebbar machen.






